Dienstag, den 10. November 2009 um 13:01 Uhr

Bestmenschen gegen Rechts: Anmerkungen zu einem anthropologischen Superlativ

Verfasst von Mathias Brodkorb
bestmenschen
Dass sich einander Ähnliche mitunter gegenseitig heftiger bekämpfen als tatsächliche Feinde, gehört wohl zur normalen und dennoch bedauerlichen Wirklichkeit menschlicher Existenz. Das ist in der Familie so – und beim „Kampf gegen Rechts“ nicht anders. Auch, soweit es ENDSTATION RECHTS. betrifft.
reloaded

Ein Beispiel aus der Praxis: Vor vielen Jahren nimmt sich in Mecklenburg-Vorpommern eine Stiftung auf Rügen des Kolosses von Prora an, einer gigantischen Ferienanlage der Naziorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF), die nie in Betrieb ging. Geplant ist der Aufbau eines Museums zur Arbeits- und Sozialgeschichte des Nationalsozialismus, das in Anspruch und Gigantomachie dem Vorbild in kaum etwas nachsteht. Der Ansatz ist faszinierend: Gerade an einem Ort der Täter und Mitläufer und eben nicht der Opfer die sozialen Herrschaftsmechanismen des Nationalsozialismus rationalisieren, ihn verstehbar machen und sich nicht ein weiteres ungezähltes Mal in sprachlosen Betroffenheitsritualen emotional überwältigen lassen.

Gesagt, getan: Es wird ein wissenschaftlicher Beirat eingerichtet, darunter befindet sich der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Prof. Dr. Wolfgang Benz. Aus dem Museum wird vorerst nichts – dafür folgt mit öffentlicher Förderung und Eigeneinnahmen die Einrichtung eines Dokumentationszentrums. Doch es dauert nicht lange und ausgerechnet ein wissenschaftlicher Mitarbeiter dieses Dokumentationszentrums Prora gründet einen eigenen Verein, um seinerseits Ausstellungen über den Gedenkort Prora aufzubauen. Beide Initiativen geraten in Konkurrenz und bis heute erbitterte Feindschaft zueinander. Der Streitpunkt (neben persönlichen Differenzen): Wie darf und muss man eigentlich „richtig“ am Ort des Nazibaus an Nazis und deren Opfer erinnern?

Wer den „Kampf gegen Rechts“ aufmerksam beobachtet, wird ihn überall registrieren: eben diesen sozialistischen Wettbewerb um die Frage „Wer ist eigentlich der antifaschistischste Antifaschist?“ Es gewinnt, wer die meisten Kerben in seine Küchentischplatte hauen kann: Für jeden „Nazi“, den man ausgehoben, für jeden „Skandal“, den man aufgedeckt oder insinuiert hat, gibt es wieder ein paar zusätzliche Karma-Punkte. Aber nicht nur das. Mehr als die bloße Zahl zählt natürlich die Raffinesse, mit der in kriminalistischer Höchstleistung Nazis an Stellen entdeckt werden, an denen nicht einmal Hitler welche finden könnte. Das Fatale ist nur, dass der qualitative mit dem quantitativen Effekt Hand in Hand geht. Denn unentdeckte Nazis gibt’s wie Sand am Meer...

Dabei stehen sich, mit etwas Abstand betrachtet, zwei Positionen gegenüber, die durchaus beide Berechtigung besitzen.

Die Entschlossenen: Auschwitz war nur deshalb möglich, weil zuvor von Demokraten nicht konsequent und entschlossen genug gehandelt wurde. Damit sich dies nicht wiederhole, gilt es wachsam zu sein – jederzeit und gegenüber jedermann. Aus dieser Perspektive sind nicht die eindeutig erkennbaren rechtsextremen Gewalttäter das eigentliche Problem, sondern die subtilen Einflüsterer im Hintergrund. Um erkannt zu werden, sind sie angeblich zu klug. Sie müssen folglich mit Spürsinn, Raffinesse und Entschlossenheit entlarvt werden. Und das gelingt nur Eingeweihten.

Die Vorsichtigen: Sie sehen in genau dieser Entschlossenheit die Gefahr, das Kind gleich mit dem Bade auszuschütten und damit in guter Absicht der mimetischen Rivalität anheim zu fallen. Denn auch das ist ein allzu menschliches Phänomen: Die übersteigerte und so entschlossene Bekämpfung eines Gegners, dass es zu einer Anverwandlung kommt, zu einer unbewussten Kopie der Methoden und Motive des eigentlich Ablehnungswerten. Der Vorsichtige fragt daher lieber zweimal oder öfter nach, hört zu, schreckt hin und wieder auch vor einem endgültigen und vorschnellen Urteil zurück. Und ja, ENDSTATION RECHTS. gehört zu diesen Weicheiern im „Kampf gegen Rechts“.

Wie gesagt: Objektiv und gelassen betrachtet haben beide Sichtweisen etwas für sich. Wer wollte schon bestreiten, dass ein Mangel an Entschlossenheit Auschwitz zumindest begünstigt hat? Wer aber wollte umgekehrt bestreiten, dass das unberechtigte Nazi-Verdikt ganze Lebensentwürfe zerstören kann und für eine freiheitliche Gesellschaft ein ernsthafter Makel ist? Der Entschlossene wird also notwendig hier und da überziehen. Er wird Personen verdächtigen und an den Pranger stellen, die es nicht verdient haben. Umgekehrt kann der Vorsichtige gar nicht anders, als hier und da tatsächliche Gefahren zu unterschätzen. Beide könnten also, wenn sie denn nur wollten, voneinander lernen und einander als Korrektive begreifen. Jeder wird sich einmal irren, da wir nun einmal keine reinen Intellekte sind.

Die Bereitschaft, voneinander zu lernen und einander zu respektieren, wird allerdings vom sozialistischen Wettbewerb um den „antifaschistischsten Antifaschisten“ durchkreuzt. Quelle dieser ambitionierten Haltung ist ein moralisches Sendungsbewusstsein, das im mentalen Angesicht von Hitler und Auschwitz nicht überrascht. Aus einem bloßen Menschen wird der Gutmensch, der stets auf der richtigen Seite steht. Die Logik ist dabei denkbar einfach: Hitler war böse. Wer gegen Hitler ist, ist folglich gut.

Nun müsste sich in dieser Lage weder der Vorsichtige noch der Entschlossene Sorgen um sein Existenzrecht machen. Sie beide sind ja gegen Hitler, in diesem Sinne also Gute. Doch in Wahrheit agieren im „Kampf gegen Rechts“ häufig nicht nur Gut-, sondern sogar Bestmenschen. Es geht nicht mehr nur darum, das Richtige zu tun, sondern darum, allein darüber zu bestimmen, was das Richtige sei. Aus dem Sendungsbewusstsein wird ein Überlegenheitsgefühl.

brux-piraten

Sebastian Brux bspw. wirft in seinem auf „MUT gegen rechte Gewalt“ veröffentlichten Beitrag „’Heil Hitler’ darf ich als Linker sagen! Oder?“ der „Apfelfront“ und „Endstation Rechts.“ vor, mitunter ästhetisch in satirischer Weise auf den Nationalsozialismus Bezug zu nehmen. Angeblich würde dabei, so die wohl wenig wohlwollende Falschbehauptung, auch der Hitlergruß „kopiert“. Hitler jedoch hat auf dieser Seite noch niemand „gegrüßt“. Beweise dafür dürften kaum erbracht werden können. Man muss persönlich weder „Storch Heinar“ noch die „Apfelfront“ lustig finden. Das ist halt irgendwie auch Geschmackssache. Etwas anmaßend jedoch ist der Anspruch, bestimmen zu wollen, worüber andere lachen dürfen. Dass es am Ende genau um diesen Anspruch – um die Definitionsmacht – geht und damit um die Physiognomie des Bestmenschen, beweist Brux durch eigenes Handeln. Denn noch kurz vor der Bundestagswahl veröffentlichte er eine Satire-Anzeige aus der Wochenzeitung „Jungle World“. Durch den Kakao gezogen wurde die „Piratenpartei“ und – selbstverständlich – in NS-Optik. Die Mitglieder der „Piratenpartei“ werden das gewiss nicht lustig gefunden haben. Brux schon. Er vermerkt, dass er sich über die Anzeige regelrecht schlapp lachen musste. Und zu dem, worüber er sich schlapp lachen muss, gehört auch der satirisch gemeinte Nazi-Gruß „Heil“, den er Anderen verbieten will. Und die Moral von der Geschicht’? Was Brux darf, dürfen wir noch lange nicht. Aber ein richtiger Widerspruch ist das nicht. Denn die Definitionsmacht zu beanspruchen, schließt freilich ein, für sich selbst – und nur sich selbst – bei Bedarf zugleich ganz andere Regeln aufzustellen.

Patrick Gensing, der zu den Betreibern einer der zweifellos besten Seiten gegen Rechtsextremismus in Deutschland gehört und besagten Beitrag von Sebastian Brux auf seinem npd-blog.info ebenfalls freigeschaltet hatte sowie in Kommentaren verteidigt, kritisierte uns – ganz gesittet – bereits einmal dafür, dass wir vor einiger Zeit ein Interview mit dem umstrittenen linken Publizisten Jürgen Elsässer veröffentlicht hatten. Gensing hält dessen Auffassungen – ohne es näher zu begründen – für „völkisch“, wir hingegen für „republikanisch“. Freilich: Deshalb muss man Elsässer und sein Bedürfnis nach permanenter Provokation und Grenzüberschreitung noch lange nicht mögen. Aber warum eigentlich soll man kein Interview mit einem durchgeknallten Linken veröffentlichen, der immerhin ein paar interessante Dinge zu sagen hat, während Patrick Gensing für sich selbstverständlich in Anspruch nimmt, auf seinem Blog ein ganzes Interview mit dem Rechtsextremisten Jürgen Schwab zu veröffentlichen? Dabei bitte keine Missverständnisse: Patrick Gensing hat jedes Recht der Welt, mit Jürgen Schwab zu sprechen und ein Interview auf seiner Internetseite zu veröffentlichen. Wir würden nur gern für uns dasselbe Maß an Freiheit in Anspruch nehmen – ohne Bestmenschen-Belehrung.

Nun haben wir ihn also, einen offenen Konflikt zwischen verschiedenen Akteuren im Kampf gegen Rechtsextremismus – wie in jeder ordentlichen Familie eben. Die Form, die diese Auseinandersetzung annimmt, hat es verdient, sie einer öffentlichen Diskussion und Reflexion zugänglich zu machen. Denn was sich hier seit einiger Zeit in der virtuellen Welt abspielt, findet sich deutschlandweit in so manchem „Bündnis gegen Rechts“ ebenfalls wieder. Vielleicht lässt sich ja für alle etwas daraus lernen. Was sind die konkreten Konfliktlinien? Wir sehen derer drei:

1. Hitler oder Stalin? In manchen antifaschistischen Kreisen ist eine bestimmte Tendenz zur Verharmlosung des Linksextremismus unübersehbar. Von Linken wird nicht selten ein Auge zugedrückt, wenn Linksextremisten auf „Demos gegen Rechts“ bspw. gezielt Steine oder Bierflaschen auf Polizisten oder Nazis schmeißen. Wie groß ist der Aufschrei auf linken Blogs und Anti-Nazi-Seiten aber umgekehrt, wenn in einer NPD-Demo auch ein gewaltbereiter schwarzer Block mitmarschiert? Die wenigsten Linken kämen auf die Idee eine „Demo gegen Rechts“ nur deshalb zu verlassen, weil ihr ein autonomer schwarzer Block angehört, aus dem heraus es zu gewaltsamen Aktionen kommt. Nicht selten wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die gemäßigten Kräfte die Gewalttäter gerade beruhigen müssten – ein Hinweis, der wahrscheinlich nicht einmal ganz falsch ist. Und dennoch bleibt die „Akzeptanz“ von Gewalt von links gleich auf zweifache Weise problematisch und inakzeptabel: Es kann von keinem Demokraten geduldet werden, wenn einzelne Chaoten das Gewaltmonopol des Staates in Frage stellen. Wir leben schließlich nicht im Bürgerkrieg. Es gibt außerdem keinen Grund und vor allem keine moralische Berechtigung, die Motivation eines „linken“ Gewalttäters, der andere Menschen mit Pflastersteinen gezielt schwer verletzen will, nachsichtig zu behandeln. Der Hass, die Menschenverachtung, die einer solchen Handlung zugrunde liegen, sind nicht nur nicht links, sondern qualitativ nicht von der Gemütsverfassung eines rechtsextremen Gewalttäters verschieden. Es gibt also keinen Grund, Josef Stalin gegenüber Adolf Hitler zu verteidigen.

2. Rechts oder rechtsextrem? Kein vernünftiger Linker käme ernsthaft auf die Idee, „links“ synonym zu „linksextrem“ zu verwenden. Bei „rechts“ und „rechtsextrem“ ist die Lage bekanntermaßen eine völlig andere. Diese Tatsache weist dabei einen Aspekt der Alltagskommunikation auf: Dass „Rechts“ etwas Böses ist, obwohl es sich wie bei „Links“ nur um den Oberbegriff für ein politisches Spektrum von der Mitte bis zum politischen Rand der Gesellschaft handelt, wird heutzutage mit der publizistischen Muttermilch eingesogen. Zumindest in Teilen versteckt sich dahinter jedoch außerdem auch eine mutwillige Verwischung der Grenzen zwischen rechten Demokraten und Anti-Demokraten – womit die größte Spielwiese für den Konflikt zwischen den Entschlossenen und den Vorsichtigen geschaffen wäre. Da wird zusammengeschnürt, was häufig nicht zusammengehört. Im Grunde handelt es sich hierbei nur um die spiegelbildliche Entsprechung zum politischen Duldungspakt zwischen gemäßigten und extremistischen Linken. Der Gegenseite wird also politische Kollaboration unterstellt und daraus folgernd die Berechtigung abgeleitet, alle „Rechten“ in einen Topf mit brauner Soße schmeißen zu dürfen. Denn: Man handelt ja schließlich im eigenen politischen Milieu selbst nicht anders. Allzu Entschlossene zwingen dadurch überaus Vorsichtige dazu, auch mal für den politischen Gegner Partei zu ergreifen. Die Vorsichtigen können aufgrund ihres Selbstverständnisses einfach nicht anders.

3. Politische Gesinnung oder Wahrheit? Die politische Linke beansprucht für sich, die Erbin der Aufklärung zu sein. In der Aufklärung zählen Vernunft, Argumente und die Wahrheit und nicht die Gesinnung, das Ressentiment. Mit ein wenig Sensibilität lässt sich allerdings schnell erahnen, dass es mit dieser Sachlichkeitsorientierung innerhalb des „Kampfes gegen Rechts“ manchmal doch nicht ganz so weit her ist. Das kann am Ende übrigens auch nicht wirklich überraschen. Denn der „Kampf“ verschiebt die Auseinandersetzung von der Ebene der Ratio unweigerlich in das Feld der Politik. Und in der Politik zählt häufig nun einmal Gesinnung und nicht das bessere Argument. Deshalb gilt es mitunter als Regelverletzung, einfach nur die Wahrheit zu sagen oder zumindest eine abweichende Auffassung zu vertreten. Wird zum Beispiel wieder mal ein „Buch gegen Rechts“ veröffentlicht, so geht man in Besprechungen damit äußerst höflich um. Nicht, weil das Buch gut wäre, sondern weil es „gegen Rechts“ ist, was es auf andere Weise a priori „gut“ werden lässt. Wer es hingegen wagt, ein Buch schlecht zu nennen, wenn es schlecht ist, auch um seine Leser vor Enttäuschungen zu bewahren, gilt mitunter als Nestbeschmutzer. Immerhin wird der Autor, so offenbar die Unterstellung, doch vor dem Gegner herabgesetzt und dessen Spott ausgeliefert. Und das darf schließlich nicht sein! Also schnell den Mantel des Schweigens über das schlechte Buch gehüllt und artig-antifaschistisch gelobt. Man will demnächst ja schließlich auch selbst wieder ein „Buch gegen Rechts“ veröffentlichen und ist dann auch auf wohlwollende Rezensionen angewiesen.

Ein anderes Beispiel für das hier beschriebene Gesinnungsproblem ist der (un)kritische Umgang mit staatlich finanzierten „Projekten gegen Rechts“. Wer wollte bestreiten, dass die Programme der letzten Jahre erstklassige Initiativen hervorgebracht haben – und eben auch das glatte Gegenteil? Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass in ganz Deutschland mitunter „Projekte gegen Rechts“ weiter finanziert werden, obwohl deren Qualität hinter vorgehaltener Hand selbst von den Förderern für unterirdisch gehalten wird. Der Hintergrund für dieses Paradoxon? Einige dieser Projekte sind nicht selten daran zu erkennen, dass ihr öffentlicher Ruf in umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Fachlichkeit steht. Man hat über all’ die Jahre schlicht mehr Zeit in das eigene Marketing als die fachliche Arbeit investiert. Und wer will schon, gerade vor den Augen der Nazis, mediale „Flaggschiffe gegen Rechts“ einfach absaufen lassen? Wer kann sich das schon politisch leisten? Und über den Umgang mit Wahrheiten innerhalb des linken Spektrums, die vom rechten ausgesprochen werden, wollen wir lieber ganz schweigen. Aber das ist auf der anderen Seite auch nicht anders.

Dabei scheint es nicht ganz unberechtigt zu sein, hinter diesen drei Hauptkonfliktlinien ein und denselben Mechanismus am Werke zu sehen. Fragt man sich nach der verbindenden Einheit, ist man schnell – so scheint es uns jedenfalls – auf die so genannte Extremismustheorie verwiesen. Mit ihr wird das politische Feld in eine demokratische Mitte sowie einen linken und rechten Rand eingeteilt, der bei Überschreiten der demokratischen Demarkationslinie in den politischen Extremismus kippt. Der Extremismus-Ansatz ist dabei – insbesondere von links – einer rabiaten bis höhnischen Kritik ausgesetzt. Im Grunde ist aber die Extremismustheorie das Selbstverständlichste der Welt – jedenfalls sollte sie das für einen „Kämpfer gegen Rechts“ sein. Jeder, der über Rechtsextremismus sprechen will, muss eben auch über Extremismus zu reden bereit sein. Irgendeine Form von Extremismustheorie scheint somit für alle unhintergehbar zu sein. Die Politikwissenschaftler Uwe Backes und Eckhard Jesse versuchen nunmehr seit mehr als 25 Jahren die Extremismustheorie in Deutschland als einen normativen Erklärungsansatz wissenschaftlich mehrheitsfähig zu machen. Als Extremisten werden demnach Gegner der liberalen Demokratie bezeichnet. Sofern dabei das Prinzip menschlicher Fundamentalgleichheit abgelehnt und eine auf radikaler Ungleichheit basierende gesellschaftliche Alternative angestrebt wird, handelt es sich um Rechtsextremismus. Wird umgekehrt der Gleichheitsanspruch anti-individuell überdehnt und in einen egalitaristischen Kollektivismus überführt, ist von Linksextremismus die Rede. Anders formuliert: Der Extremismus-Begriff ist nichts anderes als das Gegenteil des Demokratie-Begriffes. Da nun aber selbst die fundamentalsten Gegner der Extremismustheorie auf den Demokratieansatz zurückgreifen, bedienen sie sich in Wahrheit spiegelbildlich gerade in ihrer Kritik stets des Kerns der Extremismustheorie von Backes und Jesse – ein Zusammenhang, den hier weiter auszuführen wir uns schon aus Platzgründen versagen müssen.

Der entscheidende Punkt scheint nun folgender zu sein: Aus dem Extremismusansatz von Backes und Jesse folgt zwingend, dass politische Akteure anhand verschiedener Merkmale in Gruppen eingeteilt werden können. Hierbei ist die Frage der politischen Gesinnung (links oder rechts) von der Frage der Haltung gegenüber der Demokratie zu unterscheiden. Backes und Jesse halten nun das Bekenntnis zur Demokratie für so normativ fundamental, dass es aus ihrer Sicht Vorrang vor den politischen Gesinnungsbekenntnissen haben müsse. Den vorsichtigen „Kämpfern gegen Rechts“ bleibt gar keine andere Möglichkeit, als dieser Sichtweise zuzustimmen. Die Entschlossenen hingegen scheinen umgekehrt ihre politische Gesinnung (links oder rechts) für wesentlicher zu halten als ihr Verhältnis zur Demokratie.

bestmensch

Und damit wird auch erklärlich, warum die Vorsichtigen mitunter selbst unter Beschuss durch die Entschlossenen geraten oder die Vorsichtigen die Entschlossenen kritisieren – und auch wofür. Denn beide befinden sich paradoxerweise an derselben Stelle im politischen System, und gehören dennoch ganz verschiedenen Gruppierungen an. Zugespitzt formuliert: Für die Entschlossenen ist die Bereitschaft der Vorsichtigen, sich im Zweifel gemeinsam mit rechten Demokraten gegen Linksextremisten zu positionieren, ein Verrat an der linken politischen Gesinnung, ein angebliches Gemeinmachen mit dem Gegner. Und da bei dieser Gegnerschaft nicht hinreichend zwischen Demokraten und Anti-Demokraten unterschieden wird, sondern vor allem zwischen Rechten und Linken, werden die Vorsichtigen von den Entschlossenen plötzlich in ein ganz ungutes Licht gerückt. Und umgekehrt kritisieren die Vorsichtigen die Entschlossenen genau dafür, dass sie aus Gesinnungsgründen den Grundwert der Demokratie an die zweite Stelle rücken.

Wir wissen natürlich nicht mit Sicherheit, ob wir damit die Konfliktlinien und ihre Hintergründe jenseits aller persönlichen Eitelkeiten angemessen beschrieben haben. Aber es scheint immerhin kein ganz schlechter Anfang zu sein. Im Kern geht es also um die Frage, wie es die einzelnen Akteure im „Kampf gegen Rechts“ eigentlich mit der Extremismustheorie und der ihr zugrunde liegenden normativen Rahmentheorie einer demokratischen Gesellschaft halten. Wir werden dies zum Anlass nehmen, eine gründliche Debatte über eben jene Extremismustheorie anzustoßen. Sie dürfen gespannt sein und natürlich mitmachen!

Mathias Brodkorb

Mathias Brodkorb

Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern für die SPD, Gräzist und Philosoph, Mitbegründer von www.endstation-rechts.de

Website: www.endstation-rechts.de

43 Kommentare

  • Kommentar Link normaler_bürger Dienstag, den 10. November 2009 um 14:47 Uhr veröffentlicht von normaler_bürger

    Ich habe den Mut-Artikel auch gelesen und war milde ausgedrückt sehr überrascht. Ein vernichtendes Urteil, zu dem der Autor kam. Offensichtlich geleitet von der Überzeugung, dass es nur „einen“ oder viel mehr „den“ richtigen Weg geben kann, und das der Kampf gegen Rechtsextremismus eine Art Konkurrenzkampf sein sollte. Überrascht war ich nicht nur, einen solchen Ton ausgerechnet in dem Bereich vorzufinden, in dem die Arbeit vor allem durch Vielfalt und Toleranz gekennzeichnet ist, sondern auch weil Experten seit Jahren betonen, dass es keinen „Königsweg“ im Kampf gegen Rechtsextremismus gibt und auch gar nicht geben kann. Bekanntermaßen sind die Mittel zur Förderung in diesem Bereich sehr knapp, vielleicht hat den Autor dies dazu bewogen, quasi im Stile von vergleichender Werbung, mit anderen Projekten deutlich abzurechnen. Lässt man den fragwürdigen Ton des Artikels einmal beiseite, bleibt immer noch die Frage, wie geeignet könnte das Mittel Konkurrenzkampf in diesem Bereich sein?
    Vielleicht kann ein Blick auf die Politik und die Bündnisarbeit weiterhelfen. Hier war man noch vor einiger Zeit häufig davon überzeugt, dass Wegschauen und Ignorieren die modernen Nazis bald zum Aufgeben bewegen würde. Inzwischen spricht sich mehr und mehr herum, dass diese Strategie nicht aufgeht. Stattdessen gehen Politiker und lokale Akteure dazu über, trotz sehr unterschiedlicher Interessen, in einem breiten Bündnis gemeinsame Aktionen zum Erhalt der Demokratie durchzuführen. Die Erfahrung zeigt, dass dieses Handeln sich auch positiv auf die Zusammenarbeit in anderen Bereichen auswirken kann. In lokalen Bündnissen berichten die Mitglieder, dass der respektvolle Umgang mit der Meinung eines anderen Menschen, nicht nur als Bereicherung entdeckt wird, sondern sich auch als eine sehr fruchtbare Arbeitsatmosphäre herausstellt. Denn es bedeutet nicht, dass irgendjemand seinen Standpunkt oder sein Ziel zugunsten eines anderen aufgeben muss. Gerade die vielfältige Kreativität der Demokraten ist doch auch ein Garant dafür, dass man den Antidemokraten damit die Entwicklung einer Strategie gegen den friedlichen Widerstand fast unmöglich macht. Vielleicht ein Aspekt, der zum Nachdenken anregt und herkömmliches Konkurrenzdenken in Frage zu stellen vermag.
    Auch wenn man sicher nicht abschließend urteilen kann, welche Projekte in der Zukunft besonders erfolgreich sein werden, so kann man eines auf jeden Fall deutlich sagen: Demokratie sollte auch bedeuten, dass man freiwillig bereit ist, die Regeln einzuhalten und wenn es nötig ist auch lernt sich umzustellen. Vielleicht erscheint dem einen oder andere diese Ansicht in der heutigen Zeit nicht mehr „hipp“ oder „angesagt“ genug, dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass die Gesellschaft langfristig durch einen respektvollen Umgang miteinander deutlich mehr gewinnen als verlieren wird.

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  • Kommentar Link Harki Dienstag, den 10. November 2009 um 14:51 Uhr veröffentlicht von Harki

    Da in dem (lobenswersten) Text Jubelrezensionen erwähnt werden: Zählt die JF noch zu den "rechten Demokraten"? Dort gibt's bekanntlich *nur* Jubelrezensionen und auch ansonsten eine Berichterstattung in einem Stil, der im deutschen Sprachraum meines Wissens ansonsten nur noch vom deutschen Dienst von RIA Novosti gefahren wird.

    Anders ausgedrückt: Wer bitte sind die "rechten Demokraten"? Wer ist das?

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Dienstag, den 10. November 2009 um 15:01 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    Jubelrezensionen: "Aber das ist auf der anderen Seite auch nicht anders." Rechte Demokraten: Solche, für die zwar ethnische Identität (was auch immer das genau ist) ein hoher Wert ist, die dabei aber nicht die Kernelemente unserer Verfassung, darunter das Demokratieprinzip, in Frage stellen.

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  • Kommentar Link nonvote Dienstag, den 10. November 2009 um 16:47 Uhr veröffentlicht von nonvote

    Nur eine Kleinigkeit, Herr Brodkorb:

    Sie schreiben: "Dass „rechts“ etwas Böses ist, obwohl es sich wie bei „links“ nur um den Oberbegriff für ein politisches Spektrum von der Mitte bis zum politischen Rand der Gesellschaft handelt, wird heutzutage mit der publizistischen Muttermilch aufgesogen. Zumindest in Teilen versteckt sich dahinter jedoch außerdem auch eine mutwillige Verwischung der Grenzen zwischen rechten Demokraten und Anti-Demokraten – womit die größte Spielwiese für den Konflikt zwischen den Entschlossenen und den Vorsichtigen geschaffen wäre."

    Dann aber verwenden Sie selbst Begriffe wie "Kampf gegen rechts". Und, naja, Ihre Seite heißt ja nicht "Endstation Rechtsextremismus".

    Sie haben sicher eine ganz plausible Erklärung für mich ...

    Sonst ist Ihr Text sehr interessant und ich bin auf die Reaktionen gespannt.

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  • Kommentar Link L.B. Dienstag, den 10. November 2009 um 16:57 Uhr veröffentlicht von L.B.

    Ein interessanter und in seiner Sachlichkeit wenig "angreifbarer" Artikel über die Identität und das Selbstverständnis des linksdemokratischen politischen Lagers und des daraus resultierenden Kampfes und seiner Strategien gegen "Rechts". Herr Brodkorb, Sie bringen etwas zu Sprache, was man meiner Meinung nach nicht oft genug erwähnen kann: nämlich die glaubwürdige Distanzierung "linker" Demokraten - grob meiner Meinung nach die SPD (wobei es in der SPD genügend "bürgeliche" Strömungen gibt), die Grünen und die "normalen" und pragmatischen Mitglieder der "Linken" - von linksextremer Gewalt. Sie schreiben: "In manchen antifaschistischen Kreisen ist eine bestimmte Tendenz zur Verharmlosung des Linksextremismus unübersehbar. Von Linken wird nicht selten ein Auge zugedrückt wird, wenn Linksextremisten auf „Demos gegen Rechts“ bspw. gezielt Steine oder Bierflaschen auf Polizisten oder Nazis schmeißen." Dem ist nichts hinzuzufügen! Die Gewalt, die von Linksextremisten gegenüber Menschen und Gegenstände ausgeht, ist durch nichts zu rechtfertigen, vor allem immer wieder unnötig, und schadet der Glaubwürdigkeit der echten(!) Demokraten im "Kampf gegen Rechts". Während die Rechtsextremen die Bundesrepublik als "Judenrepublik" oder als "Besatzungskonstrukt" diffarmieren, wird auf linksextremistischen und sogenannten "antifaschistischen" Onlineseiten die Bundesrepublik als ein "faschistischer Staat" diffarmiert. Welcher aufgeklärte Demokrat kann bei einer solchen Indoktrienierung und Weltfremdheit noch ernsthaft glauben, dass man im "Kampf gegen Rechts" mit Linksexremisten und sogenannten "Antifaschisten" auf einen gemeinsamen Nenner kommt? Der Glaube, dass man ja "auf der gleiche Seite" steht, ist nicht weiteres als ein Irrglaube und beinhaltet und fördert eine fragwürdige Toleranz gegenüber diesen Kreisen. "Weimar" hat gezeigt, wohin die gegenseitige Aufschaukelung in der Gewaltspirale zwischen Nazis und Linksextremisten geführt hat und wer am Ende dafür zahlen muss. Udo Voigt hat deshalb zureffend festgestellt, dass "linke" Gewalt am Ende den "Rechten" nützt. "Weimar" lässt hier wirlich "grüßen".

    Was sie wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Extremismusbegriff anbelangt, so sollte man die Sache pragmatisch sehen, und die Disskussionen darüber jenen überlassen, die dafür den notwendigen Sachverstand haben. Falls ein Laie meint, seine Lebenszeit damit verschwenden zu müssen, sich in irgendwelchen Intnetforen über die Inhalte dieser Begrifflichkeit auszulassen, kann er/sie das ja gerne tun, nur wird diess die entsprechenden Wissenschaftler nicht interessieren. Und das ist auch gut so! Dazu gehört auch, wissenschaftliche Bücher aus dem "linken" Lager nach ihrer Wissenschaftlichkeit und nicht nach dem politischen Impetus zu beurteilen. Ein schlechtes wissenschaftliches Buch wird nicht dadurch gut, weil es dem "Kampf gegen Rechts" dienen soll. Aber das ist weniger ein politisches als vielmehr ein innerakademisches Problem.

    Die Frage, ob man die "Apfelfront" oder die "Storch-Heinar-Satire" "lustig" findet, ist meiner Meinung nach nur vordergründig einer Frage des persönlichen Geschmacks. Wer sich über die "Dummheit" und die Widersprüche in der Ideologie der Nazis auslassen möchte und ihre Unfähigkeit, die deutsche Sprache korrekt anzuwenden, wird diese Dinge lustig finden. Ich lasse mich ja selbst oft und gerne darüber aus. Allerdings spiegelt ein solches Vorgehen meiner Meinung nach im keiner Weise die Gefährlichkeit des nazistischen Gedankenguts wider. Ich erinnere nur an die unsehligen und wirklich geschmacklosen Schmidt/Pocher "Naziwitze", die den Eindrück erwecken konnten, dass es sich bei Hitler, Goebbels, Heß, Strasser und Co. um einen Altherren-Karnevalsverein gehandelt hat, der zu sehr "über die Stränge" geschlagen hat und eigentlich doch ganz "putzig" war. Am Ende könnte der Nazionalsozialismus ungewollt verharmlost werden. Von daher ist die Kritik an dieser Satire durchaus berechtigt. Lachen darf man sehr wohl, nur wird dadurch "das Problem" nicht aus der Welt geschafft!

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  • Kommentar Link A.K. Dienstag, den 10. November 2009 um 18:32 Uhr veröffentlicht von A.K.

    Die Frage von "Harki" trifft so ziemlich den Kern des Unbehagens an dem Versuch, eine Differenz in der Bewertung eines bestimmten Sektors im politischen Spektrum zur Frage umzurüsten, ob man der Extremismustheorie von Backes und Jesse zustimmt. Die Antwort ("ethnische Identität" mit hohem Wert) unterstreicht die Substanz und die Berechtigung des Unbehagens.

    Wer "ethnischer Identität" - also völkischer Kollektivität - einen "hohen Wert" beimisst, tut das im hier gemeinten Kontext sicher nicht als Privatperson, die sich in den heimischen vier Wänden mit Freude das Ahnenbuch ansieht, sondern will den "hohen Wert" politisch relevant werden lassen, etwa durch Umgestaltung oder Um-Interpretation der gegebenen Verfassungs- und Gesetzeslage.

    Dabei muss er zwangsläufig Kernelemente unserer Verfassung ablehnen, relativieren oder minimieren. Zu diesen Kernelementen gehören zweifelsohne nicht nur die Prinzipien staatlicher Organisation wie etwa "das Demokratieprinzip", sondern vor allem auch die verfassungsmäßig garantierten Menschenrechte; vgl. dazu beispielsweise die im SRP-Verbotsurteil definierten Kernelemente der "freiheitlichen demokratischen Grundordnung":

    "... die Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung, die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit für alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Bildung und Ausübung einer Opposition."

    Was dazu im Grundgesetz steht ("Jeder hat das Recht ...", "Niemand darf ...") und wie diese Kernelemente mit politisch-praktisch wirksamer "ethnischer Identität als hohem Wert" kollidieren würden, kann jeder sich leicht selbst durchdeklinieren. "Ethnische Identität" als politisch wirksamer "hoher Wert" bedeutet, vorm Menschengerichtshof zu verlieren.

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  • Kommentar Link Xberg Dienstag, den 10. November 2009 um 19:00 Uhr veröffentlicht von Xberg

    Gute Polizisten, böse Polizisten, Verkehrspolizisten ...

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Dienstag, den 10. November 2009 um 19:33 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ A.K.: Also, mit "ethnischer Identität" meinte ich den Versuch, die Grenzen der Dazugehörigen möglichst eng zu definieren. Dass mag man nicht mögen, dürfte mit unserem Grundgesetz allerdings dennoch zu vereinbaren sein. Oder gibt es irgendwo ein Gebot zur multikulturellen Gesellschaft? Kann ich nicht erkennen. Insofern könnte es auch sein, dass so mancher Linker das GG nach seiner politischen Gesinnung inhaltlich nach links verschiebt. Meinen's nicht?

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  • Kommentar Link Jürgen Schwab Dienstag, den 10. November 2009 um 19:44 Uhr veröffentlicht von Jürgen Schwab

    Patrick Gesing würde sich irren, sollte er Jürgen Elsässer als "völkisch" eingruppieren. "Völkisch" geht von einer Abstammungsgemeinschaft aus, die Elsässer stets ablehnt.
    Elsässer bezeichnet seine Position als "Souveränismus", die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung spielt dabei - nach französischem Vorbild - keine Rolle (aber vielleicht doch, wenn in Paris die Autos brennen und in der US-Armee ein muslimischer Psychologe seine eigentlichen nationalen und religiösen Wurzeln erkennt ...).
    Das Dilemma der Anti-Völkischen besteht freilich darin, daß auch sie immer wieder sprachlich zwischen "autochthonen Deutschen" und den Fremden ("Immigranten") unterscheiden müssen (wie Jürgen Elsässer in "Angriff der Heuschrecken", S. 119.)

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  • Kommentar Link A.K. Dienstag, den 10. November 2009 um 20:22 Uhr veröffentlicht von A.K.

    @Mathias Brodkorb: Meine Irritation wird immer größer. Bisher hatte ich nur gedacht, dass es - wie gesagt - eine Differenz in der Bewertung eines bestimmten Sektors im politischen Spektrum gebe. Nun verdichtet sich jedoch der Eindruck, dass bei Ihnen ein grundlegendes Missverständnis des Grundgesetzes vorliegt. Dort ist in den bereits benannten Kernelementen nirgendwo von "Dazugehörigen" (bzw. im Umkehrschluss von Nicht-Dazugehörigen) die Rede, sondern - wie gesagt - von "Jeder" bzw. "Niemand". Der willkürliche Ausschluss von beliebig definierbaren Personengruppen - in diesem Kontext nach "ethnischer Identität", die zweifelsohne von "Herkunft" bestimmt ist und nicht mit Staatsangehörigkeit zu verwechseln ist - ist einerseits Kennzeichen eines extremistischen Welt- und Menschenbildes und andererseits deshalb im Grundgesetz verboten, siehe das Diskriminierungsverbot in Art.3 GG. Über die Ausgestaltung einer Gesellschaft, ob sie "multikulturell" sei oder uniform, sagt die Verfassung nichts aus, denn diese Banalität erledigt sich schon allein aufgrund Art.2 GG, der jedem Individuum das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit - und damit von irgendwelcher Norm, "Leitkultur" oder ähnlichem abweichend - gibt, soweit nicht Rechte anderer verletzt oder gegen die verfassungsmäßige Ordnung verstoßen wird. Noch einmal im Klartext: Mit dem Grundgesetz ist nicht nur nicht vereinbar, "Grenzen der Dazugehörigen" enger zu definieren, sondern vor allem ist es mit dem GG nicht vereinbar, "Grenzen der Dazugehörigen" überhaupt zu definieren. Daher heißt es dort auch: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich" und nicht etwa "Alle Menschen mit deutschen Eltern in den zurückliegenden drei Generationen sind vor dem Gesetz gleich".

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Dienstag, den 10. November 2009 um 20:24 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ nonvote: Klar, habe ich. 1. spreche ich in dem Artikel überall (oder nicht?) vom "Kampf gegen Rechts" - also unter Anführungszeichen. 2. wenn ich das ohne Anführungszeichen schreibe, meine ich das in der Regel auch so. Ich bin vielleicht ein linksliberaler, aber immerhin ein Sozialdemokrat. Warum sollte ich also rechtes Denken irgendwie unterstützen? 3. Daher erklärt sich auch in der Sache der Name "Endstation Rechts.". Stellen Sie sich vor, wir hießen "Endstation Nazis". Dann dürften wir schon aus Gründen der Selbstachtung nicht mehr über die JF etc. schreiben. Und das wollen wir alle doch nun wirklich nicht... 4. Der Name stammt, ob Sie es glauben oder nicht, von einer Werbeagentur. Wir haben ihn einfach übernommen, sind aber nachträglich froh, dass er mit der unter 3. gegebenen Erklärung vereinbar ist. (:-)

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Dienstag, den 10. November 2009 um 20:34 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ A.K.: Bevor ich nochmal etwas ausführlicher antworte, hätte ich nochmal zwei kurze Fragen: 1. Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie meinen, dass das Grundgesetz eine multikulturelle Gesellschaft geradezu gebietet und jede Unterbindung von Zuwanderung verfassungswidrig wäre? 2. Wenn ich so indiskret sein darf: Stützen Sie Ihre Interpretation auf eine Ausbildung als Volljurist oder ist das sozusagen eine autodidaktische Interpretation des GG?

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  • Kommentar Link Harki Dienstag, den 10. November 2009 um 21:29 Uhr veröffentlicht von Harki

    @ A.K.

    Im Anschluß an die Fragen von Brodkorb und ebenfalls kurz:

    Sie wissen schon, daß das GG (wie jede Verfassung eine demokratischen Staates) deutlich zwischen Menschen- und Bürgerrechten unterscheidet, nicht wahr? Das GG kennt mithin *selbst* die von Ihnen für so teuflisch gehaltenen Grenzen "Grenzen der Dazugehörigen" - und zwar als vollgültiges, hartes Verfassungsrecht, nicht als irgendein "Soft Law".

    Gibt's durch's GG ein Menschenrecht auf Einbürgerung? Oder kennt das GG ein Menschenrecht namens "Schutz vor Abschiebung"? Natürlich nicht.

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  • Kommentar Link A.K. Dienstag, den 10. November 2009 um 22:31 Uhr veröffentlicht von A.K.

    @Mathias Brodkorb: 1. Nein, Sie haben nicht richtig verstanden. "Über die Ausgestaltung einer Gesellschaft, ob sie 'multikulturell' sei oder uniform, sagt die Verfassung nichts aus" meint, dass das GG nichts dazu aussagt, also hier: nichts ge- oder verbietet. Das GG hat keine Meinung zu "Gesellschaft", ob multikulturelle Gesellschaft, Spaßgesellschaft oder schlechte Gesellschaft. Es hat eine Meinung zur freien Entfaltung der Persönlichkeit. Das Einführen der Frage "Zuwanderung" (also dauerhaftes inländisches Wohnungnehmen von Personen mit anderer Staatsangehörigkeit, die derzeit außerhalb des Geltungsbereiches des Grundgesetzes leben) hat mit diesem Kontext "ethnische Identität" nichts zu tun.

    2. Stützen Sie Ihre Interpretation auf eine Ausbildung in der Ex-SED? Mit anderen Worten: Was soll das jetzt werden? Wenn Sie statt ad argumentum nun ad personam diskutieren wollen, müssen Sie sich einen anderen suchen. Ich bin nicht Mitglied Ihrer Partei.

    Wenn Sie zum Thema was zu sagen haben, dann tun Sie es oder lassen Sie es. Persönlich ist es mir egal, wo Sie ihre Endstation nehmen. Wenn Sie aber nun - auch noch mit dem gravitätischen Gewicht des pluralis majestatis (siehe Artikel oben: "Wir wissen natürlich nicht mit Sicherheit...") - den Freifahrtschein für ethnisch Identitäre und Sortierer von "Dazugehörigen" ausstellen wollen, dann ist mir das nicht ganz egal. Darüber hinaus usurpieren Sie zugleich mit dem Setzen einer Gretchenfrage auch noch eine Deutungshoheit über "Akteure im Kampf gegen Rechts" - naja, manche Sportsfreunde agieren eben lieber als Schiedsrichter denn als Feldspieler.

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  • Kommentar Link normaler_bürger Dienstag, den 10. November 2009 um 23:48 Uhr veröffentlicht von normaler_bürger

    '[...]
    Und nicht nur das, muss man anfügen: Selbst, wenn man den Humor und die Mittel von Brodkorb und der “Endstation Rechts” weder lustig noch richtig finden will (ich persönlich finde das alles etwas banal und langweilig - es ist einfach nicht nach meinem Geschmack, Humor- und Politikverständnis), ist es unredlich die Parodieformate “Front deutscher Äpfel” oder “Storch Heinar” in den Verdacht von Nationalismus und Faschismus zu rücken. Der implizite Nazivergleich, den Brux dort zieht, ist falsch, beleidigend und überheblich. Wer es ernst meint im Kampf gegen den Rechtsextremismus, der sollte sich nicht an solcher Demagogie und Verunglimpfung beteiligen. Wehret den Anfängen, ja – aber wehret auch auch der Hetze.' Quelle: Mit Hitler spielen, 10.11.09 blogs.taz.de, Von Daniel Erk
    http://blogs.taz.de/hitlerblog/2009/11/10/mit_hitler_spielen/

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  • Kommentar Link xyz Mittwoch, den 11. November 2009 um 00:02 Uhr veröffentlicht von xyz

    @A.K."Nun verdichtet sich jedoch der Eindruck, dass bei Ihnen ein grundlegendes Missverständnis des Grundgesetzes vorliegt. Dort ist in den bereits benannten Kernelementen nirgendwo von "Dazugehörigen" (bzw. im Umkehrschluss von Nicht-Dazugehörigen) die Rede, sondern - wie gesagt - von "Jeder" bzw. "Niemand"."
    Dann lesen Sie doch bitteschön erstmal das GG, bevor Sie sich an einer Diskussion beteiligen!
    "Präambel
    Im Bewusstsein seiner Verantwoertung ... hat sich das Deutsche Volk ... dieses Grundgesetz gegeben.
    Die Deutschen ... haben ... die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.
    Art. 1 Abs. 2: Das Deutsche Volk bekennt sich ...
    Art. 8 Abs. 1: Alle Deutschen haben das Recht ...
    Art. 9 Abs. 1: Alle Deutschen haben das Recht ...
    Art. 11 Abs. 1: Alle Deutschen genießen ...
    Art. 12 Abs. 1: Alle Deutschen haben das Recht ...
    Art. 33 Abs. 1, Abs. 2: Jeder Deutsche hat ..."
    Das Grundgesetz ist in erster Linie eine Verfassung vom Deutschen Volk für das Deutsche Volk. Natürlich gibt es Grundrechte, die können von allen Menschen, die sich in der BRD aufhalten, in Anspruch genommen werden. Aber einige wichtige Grundrechte sind nur Deutschen vorbehalten, wie aus der vorstehenden Aufzählung ersichtlich ist.

    Apropos "Deutsches Volk" - puh, das klingt ja so was von rechts, darf man das hier überhaupt sagen. Nicht dass unser Grundgesetz in Wirklichkeit verfassungswidrig ist ;-) .

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  • Kommentar Link A.K. Mittwoch, den 11. November 2009 um 00:07 Uhr veröffentlicht von A.K.

    @ Harki: Natürlich, deshalb schrieb ich ja auch von "'ethnischer Identität', die zweifelsohne von 'Herkunft' bestimmt ist und nicht mit Staatsangehörigkeit zu verwechseln ist". Ich wiederhole: "nicht mit Staatsangehörigkeit zu verwechseln ist". Ich hatte mich kritisch bezogen auf den Ansatz von MB, 1. als rechte Demokraten solche zu definieren, für die ethnische Identität ein hoher Wert ist, 2. "ethnische Identität" als "Versuch, die Grenzen der Dazugehörigen möglichst eng zu definieren" und der "mit unserem Grundgesetz allerdings dennoch zu vereinbaren" sei. Für das GG gibt es Staatsangehörigkeiten, aber keine ethnischen Identitäten (wenn man mal jetzt bitte die wieder anders gelagerte Frage der "nationalen Minderheiten", die tatsächlich einen juristischen Status haben, und darüber hinaus auch die "deutsche Volkszugehörigkeit" des Art.116 Abs.1 beiseite lässt). Identität kann jemand empfinden, z.B. mit seinen Großeltern, seinem Fußballverein oder Tokio Hotel. Im ersten Fall redet man von "Herkunft", die so etwas wie "ethnische Identität" begründen würde. Das sei jedem unbenommen, es hat aber nichts mit Verfassungsrecht zu tun und es kann daraus nichts abgeleitet werden, was in irgend einer Weise politisch oder juristisch wirksam sein könnte. Identität kann man wie gesagt empfinden, aber nicht als objektive und von außen auferlegte Eigenschaft definieren - und genau das bedeutet eine "Grenzziehung der Dazugehörigen". Bürgerrechte (und nebenbei auch -pflichten wie etwa Wehrdienst) stehen jedem Staatsbürger zu, Menschenrechte jedem. Aber genau darum - um die Staatsangehörigkeit - geht es ja gerade nicht, wenn hier von "ethnischer Identität" und "Dazugehörigen" gesprochen wird. Der neue Bundesgesundheitsminister gehört demnach nicht "dazu", und laut MB können Leute, die den Bundesgesundheitsminister ausschließen wollen, durchaus als "rechte Demokraten" firmieren. Dagegen geht meine Rede. Wenn jemand meint "Mir san mir", soll er das meinen, wenn's ihn glücklich macht, aber wenn es heißt "You're not one of us", geht's halt ans Eingemachte.

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Mittwoch, den 11. November 2009 um 10:55 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ A.K.: Ich glaube, für die Schärfe in Ihrem Ton gibt es keinen guten Grund. Ich versuche Sie nur einfach besser zu verstehen, mehr nicht. Also rolle ich die Sache noch einmal auf. 1. Sie haben den Begriff der "ethnischen Identität" abgelehnt und zugleich darauf hingewiesen, dass - wer mit so etwas operiert - angeblich "zwangsläufig Kernelemente unserer Verfassung" ablehnen muss. Dann habe ich erklärt, dass ich darunter nur verstehe, dass jemand den Kreis der Dazugehörigen möglichst klein halten will - mit welcher Begründung auch immer. Dies zu tun, könnte man auch als Gegnerschaft zur multikulturellen Gesellschaft interpretieren. Denn die entsteht nun einmal in der Regel durch Zuwanderung. Wenn aber (wozu Sie jetzt leider nichts mehr gesagt haben), ethnische Identität verfassungswidrig sein soll ("ist es mit dem GG nicht vereinbar, "Grenzen der Dazugehörigen" überhaupt zu definieren"), dann muss auch das Verbot oder die Einschränkung von Zuwanderung verfassungswidrig sein und dann muss umgekehrt die multikulturelle Gesellschaft verfassungsmäßig geboten sein. Ich habe also schon verstanden, was Sie geschrieben haben, aber es passt logisch einfach nicht zusammen. Daher meine Nachfrage. 2. Meine Frage, ob Sie Volljurist sind, haben Sie wohl mit einem "Nein" beantwortet. Sie müssen darauf auch nicht so herabsetzend reagieren, ich bin ja schließlich auch keiner. Ich war nur überrascht über die Unbedingtheit, mit der Sie das GG interpretieren - wie ich meine: falsch. Harki hat da den völlig richtigen Hinweis gegeben. Auch das GG macht einen Unterschied zwischen "Menschenrechten" und "Bürgerrechten". Letztere stehen nur den deutschen Staatsbürgern zu. Dazu gehört namentlich z.B. der Art. 8 (1) des Grundgesetzes: "Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln." Da steht nicht, alle "Menschen", sondern alle "Deutschen". Indem das GG selbst zwischen "Menschen" und "Deutschen" differenziert, wird auch die Notwendigkeit eines Staatsbürgerrechts offenbar. Dieses wiederum macht nur Sinn, wenn es zwischen "Dazugehörigen" und "Nicht-Dazugehörigen" unterscheidet. Wenn diese Unterscheidung aber bereits unserer Verfassung zugrunde liegt, das Kleinhalten des Kreises der "Dazugehörigen" also verfassungsmäßig prinzipiell möglich ist und wenn dies nun als das Bemühen um "ethnische Identität" bezeichnet wird, scheint mir Ihre These ("ist es mit dem GG nicht vereinbar, "Grenzen der Dazugehörigen" überhaupt zu definieren") einfach sachlich falsch.

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  • Kommentar Link Mathias Brodkorb Mittwoch, den 11. November 2009 um 11:11 Uhr veröffentlicht von Mathias Brodkorb

    @ A.K. Sehen Sie, nun waren Sie schneller und haben alle Missverständnisse aufgeklärt: ich schrieb ja (ganz zitiert) "ethnische Identität (was auch immer das genau ist)". Eben: "Was auch immer das genau ist" - bzw. was Rechte damit meinen. Soll heißen: Im Sinne des Grundgesetzes kann das nichts anderes meinen als "Staatsangehörigkeit". Die Staatsangehörigkeit entscheidet darüber, wer dazu gehört und wer nicht. Mehr war nicht gemeint: Rechte, die die multikulturelle Gesellschaft ablehnen und daher die Kriterien für Staatsangehörigkeit möglichst eng fassen wollen, bewegen sich auf dem Boden des Grundgesetzes.

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  • Kommentar Link Patrick Gensing Mittwoch, den 11. November 2009 um 19:18 Uhr veröffentlicht von Patrick Gensing

    Da mein Kommentar - wahrscheinlich durch den Server-Absturz - verschwunden ist, hier nochmal der Hinweis auf die Antwort auf Brodkorbs Artikel.

    Zwischen Anmerkung und Belehrung: Wenn eine Theorie zur Ideologie erhoben wird
    http://npd-blog.info/2009/11/11/zwischen-anmerkung-und-belehrung-wenn-eine-theorie-zur-ideologie-erhoben-wird/

    Viel Spaß und Gruß
    Patrick Gensing

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