NPD-Frauenorganisation kritisiert Landesverband MV als „Männersekte“ und sieht „Betrug am Wähler“

rnf-logoGitta Schüßler, Bundessprecherin der NPD-Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“, kritisiert die Entscheidungen von Franziska Vorpahl und Marianne Pastörs, ihre Ämter niederzulegen und erhebt schwere Vorwürfe. Schüßler bezeichnete den Vorgang als „innerparteilichen Skandal“ und die „kurzsichtige Befriedigung einiger Pöstchenhascher“ als „Betrug am Wähler“.

Gitta Schüßler ist eine der wenigen Frauen, die in führender Position in der NPD tätig ist. Sie ist nicht nur Bundessprecherin des „Ring Nationaler Frauen“, sondern auch einzige weibliche Landtagsabgeordnete der NPD. Im RNF setzt sie sich unter dem Motto „Deutschland ist auch Frauensache“ für die „verstärkte Präsenz nationaler Frauen in der Öffentlichkeit“ ein und ermutigt die Frauen zur Übernahme von Mandaten und Funktionen innerhalb der NPD.

Zumindest in Mecklenburg-Vorpommern kommt es dazu aber vorerst nicht, nachdem die gewählte Bürgerschaftsabgeordnete Franziska Vorpahl und die gewählte Kreistagsabgeordnete Marianne Pastörs ihre Mandate niederlegten. „Unverständlich“ ist es daher für Schüßler, „wenn im Anschluß Mandate innerhalb der NPD-Kandidaten weitergegeben werden. (...) Kommunalwahlen sind immer auch Personenwahlen“, betont die Bundessprecherin des RNF in ihrer Erklärung.

Nach Aussage Schüßlers sind Vorpahl und Pastörs „veranlaßt“ worden, „auf ihr Mandat zugunsten eines – männlichen – Bewerbers zu verzichten“. Als „besonders fragwürdig“ empfindet sie dabei das Vorgehen bei Franziska Vorpahl, da sie „mehr als doppelt so viele Stimmen wie ihr Nachrücker David Petereit auf sich vereinigen“ konnte.

Die Arbeit des RNF werde „irrelevant“, so die Bundessprecherin, „wenn es sich bei den Kameraden im Norden noch nicht herumgesprochen hat, daß ein Volk nicht nur aus Männern besteht. (...) Abgesehen von dem innerparteilichen Skandal, daß hier offensichtlich gewählte Mandatsträger nur aufgrund ihres Geschlechts ausgetauscht wurden, ist dies aus meiner Sicht auch Betrug am Wähler. Gerade die Rostocker haben eben nicht David Petereit, sondern einer jungen, kompetenten Frau ihre Stimme gegeben und sehen sich nun getäuscht. Für die politische Glaubwürdigkeit der Partei dürfte der Schaden hier um ein Vielfaches größer sein als es die kurzsichtige Befriedigung einiger Pöstchenhascher wert ist.“

Da Schüßler auch im Parteivorstand der NPD vertreten ist, will sie den Vorfall dort thematisieren und eine Erklärung fordern. „Im Moment“, so Schüßler, „sieht es leider so aus, als würde der Landesverband wie eine Art Männersekte, nicht aber wie eine politikfähige, moderne Rechtspartei operieren.“


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