Missbrauchtes Gedenken: Die Demonstration der Rechtsextremen in Dresden (mit Fotogalerie)

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Auch in diesem Jahr trafen sich tausende Rechtsextreme zum „Trauermarsch für die deutschen Opfer des alliierten Bombenterrors“. Dem Aufruf des Organisators „Junge Landsmannschaft Ostdeutschlands“ folgend, entsprachen Auftreten und Kleidung dem Anlass: es gab keine Protestrufe und der Aufzug lief in geordneten Zehner-Reihen.


Laut Angaben der Polizei vor Ort soll es sich um 6.700 Rechtsextreme aus dem gesamten Bundesgebiet gehandelt haben. Unter ihnen auch ein mehrere hundert Personen starker „Schwarzer Block“, der gesondert von der Polizei begleitet wurde. Treffpunkt der Rechtsextremen war der Dresdner Hauptbahnhof und Startzeit war ursprünglich 12 Uhr. Jedoch setzte sich der mehrere Kilometer lange Zug erst kurz vor 14 Uhr in Bewegung.

Im Aufruf der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschlands“ heißt es, dass keine Parteifahnen, nur Länderfahnen, mit dem Hinweis „auch Vertreibungsgebiete“ und schwarze Fahnen erwünscht sind. Weiterhin seien Handys lautlos zustellen. Das hätte auch Devise des gesamten Gedenkmarsches sein können. Geradezu unheimlich ruhig zogen die Rechtsextremen durch Dresden – ohne Parolen, dafür mit ernsten Gesichtern und einem Truck mit Trauermusik, der den Zug begleitete. Auf den Transparenten prangten Losungen wie „Gedenken an den Bombenholocaust“ oder „Dresden – Das deutsche Hiroshima“. Von mehreren dunkel gekleideten Neonazis wurde ein Ehrenkranz getragen. Gleich dahinter liefen der NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt und NPD-Fraktionsvorsitzender der sächsischen Landtagsfraktion Holger Apfel, neben ihm Jürgen Gansel, sächsischer NPD-Landtagsabgeordneter. Auffallend war, dass es bei der Anzahl der durch die alliierten Bombenabwürfe auf Dresden zu Tode gekommenen Menschen erhebliche Unklarheit bei den Rechtsextremen zu geben scheint. Während die Opferzahl auf einigen Transparenten mit 100.000 angegeben wird, meinen andere, dass 300.000 Menschen damals umgekommen seien. Ein von der Stadt Dresden eingesetzte Historikerkommission benannte zuletzt 25.000 Männer, Frauen und Kinder, die bei den alliierten Bombenangriffen ums Leben kamen.

Mecklenburg-Vorpommern war in der rechtsextremen Demonstration mit zwei bis drei Blöcken vertreten. Andreas Molau und Peter Marx liefen die Route gemeinsam mit dem neuen DVU-Vorsitzenden Matthias Faust ab. Dann folgte ein Block der „Mecklenburgischen Aktionsfront“, auf deren Banner „Der Bombenholocaust lässt sich nicht widerlegen“ zu lesen war. Dahinter lief der NPD-Landtagsabgeordnete Tino Müller gemeinsam mit seinem Bruder und führte den Block des „Sozialen und nationalen Bündnisses Pommern“ (SNBP) an. Ebenfalls im Zug der „Mecklenburger und Pommern“ waren der Fraktionsvorsitzende der NPD-Landtagsfraktion Udo Pastörs sowie der NPD-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stefan Köster dabei. Weiterhin wurden Torgai Klingebiel und Andreas Theißen gesehen.

Auf der großangelegten Gegendemonstration waren 12.500 Menschen zusammengekommen um gegen die Rechtsextremen zu demonstrieren.

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