Der Wahlkampf ist eröffnet. Der NPD-Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs forderte offenbar beim Neujahrsempfang der Sachsenfraktion den Rücktritt Voigts. Das voigttreue Vorstandsmitglied Eckart Bräuninger springt derweil für seinen Chef in die Bresche und leistet ihm damit einen Bärendienst. Denn als Voigt-Vertrauter spricht Bräuniger wohl auch für den Bundesvorsitzenden. Den dürften die Aussagen Bräunigers daher auf eine Position festlegen, die ziemlich sicher in den Null-Komma-Bereich führen werden. So erklärte Bräuniger, seine „Trennlinie“ verlaufe „zwischen deutscher Abstammung und nicht-deutscher Abstammung“, er lehne „die bestehende Staatsbürgergesetzgebung ab und empfehle, an deren Stelle eine Verfügung zu setzen, die sich am Abstammungsprinzip orientiert“, „über Einzelfälle soll ein Reichsgericht entscheiden“. Gewerkschaften hält Bräuniger für „überflüssig, wenn die Vertretung der Arbeitnehmerinteressen durch das Reich gewährleistet würde“ und auch die Familienplanung sollte „im Großen und Ganzen gesehen [...] Sache des Staates“ sein, der „Vorteil für das Volk steht über den Vorteilen des Einzelnen“. Auf den Punkt bringt es Bräuniger schließlich mit seiner Frage „Wäre eine starke Zentralgewalt des Reiches nicht sinnvoller?“.
Ob dies auch die Positionen Udo Voigts sind, sei dahingestellt, dass aber diese Positionen von ihm erwartet werden, sollte auch klar sein, denn Bräuniger richtet seine Kritik in Richtung Molau, den bislang einzigen Konkurrenten um das Amt des NPD-Bundesvorsitzenden. So sei sein Ziel nicht weniger als das „deutsche Reich“, so Bräuniger und auch Udo Voigt „hat sich hierzu schon vor Jahren eindeutig bekannt“. Dass aber die „von Andreas Molau umworbenen konservativen Schichten einer Überwindung des Systems zustimmen werden“, sei hingegen „kaum vorstellbar“. „Grundlegende Veränderungen sind eben nicht mit gemäßigten Leuten zu bewerkstelligen.“
Überhaupt merke man Molau, so Bräuniger, an, „daß er über mehr publizistische Kenntnisse als über Kenntnisse der Parteipraxis verfügt.“ Den Einwand eines „hochrangigen Funktionärs“, der Bräuniger nach eigener Aussage darauf hinwies, dass er doch bei den Thesen Molaus zwischen „Verpackung und Inhalt“ unterscheiden solle, lässt er nicht gelten, da er dies als „Etikettenschwindel“ betrachte. Als „aberwitzig“ bezeichnet Bräuniger, dass Molau in einem Interview im „Patriotischen Forum Süddeutschland“ so tue, „als wäre der Wechsel unabwendbar“.
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Die braunen Schatten des Karnevals
Written on Montag, 08. Februar 2010 um 11:03
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