NPD-Vorsitz: Molau soll angeblich Voigt beerben

andreas-molau2Der Sturz des noch NPD-Chefs Udo Voigt rückt näher. Er soll nun allem Anschein nach vom Schweriner Fraktionspressesprecher Andreas Molau abgelöst werden. Dies berichtet der "Spiegel" in einer Vorabmeldung, derzufolge sowohl die Schweriner als auch die Dresdener Landtagsfraktion sich auf die Unterstützung der Kandidatur Molaus verständigten.

Es oblag dem NPD-Generalsekretär Peter Marx gegenüber dem „Spiegel“ zu erklären, dass „die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, Holger Apfel und Udo Pastörs,“, sich darauf geeinigt hätten, „Andreas Molau als Kandidaten für das Amt des Parteivorsitzenden vorzuschlagen“. Die Landesverbände wollen demnach entsprechende Anträge für den im März geplanten Parteitag vorbereiten.

Dass Voigt abgelöst werden soll, ist dabei sicher die kleinere Überraschung. In den letzten Wochen wurde nur noch spekuliert, wer die Partei übernimmt. Dabei zeichnete sich gerade in den letzten Wochen mehr und mehr ab, dass der Schweriner Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs zumindest nicht uninteressiert an dem Posten gewesen war. Mit Molau soll nun zumindest ein enger Vertrauter des Schweriner Fraktionsvorsitzenden die Bundespartei übernehmen. Im Unterschied zu Pastörs dürfte Molau allerdings weniger stark auf die freien Kameradschaften setzen. Daher dürfte die Entscheidung für Molau, der zu den wenigen Intellektuellen in den Reihen der Rechtsextremen gezählt wird, auch eine gegen die radikaleren Kräfte in der Partei sein, wenngleich auch Molau nicht scheut, die radikaleren Kräfte vor den Wahlkampf-Karren zu spannen. Anfang dieses Jahres stellte er dieses Bündnis mit Christian Worch sogar auf eine vertragliche Grundlage.

NPD-Pressesprecher Klaus Beier soll von der Entscheidung aus Dresden und Schwerin für Molau hingegen überrascht worden sein. Nach Angaben des „Spiegel“ verkündete er allerdings, Voigt werde „auf alle Fälle wieder für das Amt des Vorsitzenden kandidieren“.

Die Erfolgsaussichten für eine erneute Amtszeit dürften nach der Bekanntgabe der Kandidatur Molaus ausgesprochen gering sein. So scheint es, als würde sich die Epoche Voigt nach 12 Jahren ihrem Ende neigen. Während Voigt sich vor allem darum bemühte, die Drei-Säulen-Strategie umzusetzen, mit deren Hilfe der Kampf um die Straße und der Kampf um die Köpfe zur Erringung von Parlamentssitzen führen sollte, ist Molau der klassische Vertreter der „Köpfe“.

Molau, Jahrgang 1968, arbeitete mehrere Jahre für die „Junge Freiheit“, musste allerdings im Streit mit dem Chefredakteur Dieter Stein ausscheiden. Zudem ist Molau Vorsitzender der vom Verfassungsschutz als "größte rechtsextreme kulturpolitische Vereinigung" bezeichneten „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) und "Deutschlandbeauftrager" der Stiftung „Kontinent Europa“, die sich um die europaweite Verknüpfung Rechtsradikaler bemüht. Molau war Spitzenkandidat in Niedersachsen und arbeitete im Wahlkampf mit freien Kräften auf vertraglicher Grundlage zusammen. Die NPD schnitt bei den dortigen Landtagswahlen Anfang 2008 enttäuschend ab. Molau erhielt daraufhin eine Anstellung als Pressesprecher der Schweriner Landtagsfraktion. Zudem sitzt er als Kommunalpolitiker im Wolfenbütteler Kreistag.

rosenbergmolau-spiegelWie zum Beweis, dass es sich bei Molau tatsächlich um einen intelligenteren Zeitgenossen handele, bietet der SPIEGEL-Shop gar eine Publikation des designierten Bundesvorsitzenden an: Molaus Buch „Alfred Rosenberg – Der Ideologe des Nationalsozialismus. Eine politische Biografie“ ist dort sofort lieferbar und wird als erste umfassende Darstellung über „Leben, Denken und Wirken des NS-Chefideologen“ gepriesen.



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